Bohrung Steig 1

Bei der Informationsveranstaltung am 20. März 2019 im Pfarrsaal des Gemeindezentrums St. Wendelinus, Franz-Liszt ­Str. 51 in Untergrombach können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger zwischen 17 und 20 Uhr an verschiedenen Info-Ständen über die geplanten Arbeiten, angewandten Techniken und verschiedenen Arbeitsschritte informieren und sich direkt mit Mitarbeitern von Rhein Petroleum austauschen. Unter anderem wird auch über die Vorgehensweise bei den zwei Grundwassermessstellen informiert, die von Rhein Petroleum noch vor der Bohrung zum Monitoring des Grundwassers eingerichtet werden. Ebenso erhalten Besucher Einblicke, wie es nach einer wirtschaftlichen Fündigkeit der Bohrung weitergehen würde.

Rhein Petroleum wird in Weingarten (Baden) im Landkreis Karlsruhe voraussichtlich im Frühjahr 2019 nach Erdöl bohren. Die Erkundungsbohrung Steig 1 soll ein bereits seit den 50er Jahren bekanntes Erdölvorkommen neu erschließen. Bis in die 1960er Jahre wurde in Weingarten Erdöl gefördert, und auch in einer benachbarten Struktur wurde über drei Bohrungen Erdöl nachgewiesen – dieses Feld wurde allerdings mangels räumlicher Informationen nicht erschlossen. Auf Basis der im Jahr 2012 durch Rhein Petroleum durchgeführten modernen 3D-seismischen Messungen gelang es, erstmalig eine detaillierte Kartierung und Bewertung dieser noch nicht erschlossenen Lagerstätte vornehmen zu können. Mit der Bohrung Steig 1 soll dieses Feld nun erschlossen werden.

Die geplante Erkundungsbohrung wird von einem Bohrplatz im Gewann Bronnloch zwischen Baggersee und der Bundesstraße 3 im nördlichen Teil der Gemarkung Weingarten aus erfolgen. Zum Einsatz kommen wird eine mobile Bohranlage, die für circa vier bis sechs Wochen vor Ort zu sehen sein wird. Nach Abschluss der Bohrarbeiten wird die Anlage wieder abtransportiert.

Während der Bohrphase wird es einen Informationscontainer mit Erläuterungen zum Projekt und rund um das Thema Erdöl geben.

Bei wirtschaftlicher Fündigkeit der Bohrung ist geplant, die Produktionsanlage südlich des Gewanns Bronnloch, etwa auf Höhe der Betriebsgebäude der Kiesgrube, zu installieren. Hierfür wird ein neues Genehmigungsverfahren notwendig. Erst wenn dieses Verfahren abgeschlossen sein wird, ist mit dem Bau der Produktionsanlage und einer Feldleitung zwischen Bronnloch und dem neuen Standort zu rechnen.

Das Erdöl würde von dort aus per Tanklastwagen zur Raffinerie nach Karlsruhe transportiert. Auf dem bisherigen Bohrplatz würden lediglich eine Pumpe und die für den Betrieb der Förderpumpe benötigte Ausrüstung verbleiben.

Die Erkundungsbohrung Steig 1 wurde im Rahmen eines bergrechtlichen Betriebsplan- und Wasserrechtsverfahrens unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange eingehend geprüft. Beteiligt wurden u.a. die Gemeinden, die Wasser-, Umwelt- und Naturschutzbehörde des Landratsamts Karlsruhe sowie die Regierungspräsidien Karlsruhe und Freiburg. Die Stellungnahmen der Behörden, regionalen Naturschutzverbände und -gruppen, des regionalen Wasserversorgers sowie der Gemeinde Weingarten und der Stadt Bruchsal flossen in die Nebenbestimmungen der Betriebsplanzulassung ein, die von Rhein Petroleum entsprechend umgesetzt werden. Den Verfahren ging eine Umweltverträglichkeitsvorprüfung voraus.

Rhein Petroleum hat sich in diesem Zuge zu einem Grundwassermonitoring zur Beweissicherung selbstverpflichtet. D.h., vor Beginn der Arbeiten zum Wege- und Bohrplatzbau werden zwei Grundwassermessstellen im unmittelbaren Abstrom des künftigen Bohrplatzes gebohrt und beprobt. Erst dann dürfen die Bauarbeiten beginnen. Im weiteren Verlauf wird das Grundwasser zweimonatlich beprobt. Bei Nichtfündigkeit endet das Monitoring nach einem Jahr mit einer abschließenden Beprobung. An der Ausarbeitung des Monitoringprogramms hat neben der Landeshydrogeologie in Freiburg und der Unteren Wasserbehörde des Landratsamts Karlsruhe auch der regionale Wasserversorger mitgewirkt.

Schutz für Amphibien und Vögel: Rhein Petroleum hat in diesen Tagen in Vorbereitung für die Erdöl-Erkundungsbohrung in Weingarten rund um den zukünftigen Bohrplatz sowie auf der Zuwegung dorthin zusätzliche Schutzzäune für wandernde Amphibien aufgebaut. Außerdem wurden so genannte Vergrämungsmaßnahmen ergriffen, die Vögel davon abhalten sollen, sich auf den Flächen niederzulassen. Dies geschieht als reine Vorsichtsmaßnahme, da diese Flächen von Vögeln nicht als Brutplätze genutzt werden.

Bereits im August 2018 wurden Zäune zum Schutz für Amphibien und Reptilien aufgebaut. Diese Maßnahmen werden vor Baubeginn erweitert.
Sowohl auf dem zukünftigen, rund einen halben Hektar großen Bohrplatz im Bronnloch als auch auf dem unbefestigten Zufahrtsweg zum Bohrplatz werden zusätzliche Zäune aufgestellt. Insgesamt schützen dann rd. 1.500 Meter Zaun die Amphibien, die insbesondere im Frühjahr von ihren Winterquartieren in den Bergwäldern zu den Laichgewässern wandern.

Die Vergrämung erfolgt – ganz nach dem Prinzip der „Vogelscheuche“ – über rot-weiße Flatterbänder, die entweder an Ästen an den Bäumen oder an niedrigen, im Feld oder am Wegrand aufgestellten Holzpflöcken angebracht sind.

Diese Naturschutz-Maßnahmen hat Rhein Petroleum in enger Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde sowie lokalen Naturschutzgruppen geplant und durchgeführt. Als erste Baumaßnahme in Vorbereitung zur Bohrung werden voraussichtlich Ende März / Anfang April zwei Grundwassermessstellen im Bronnloch eingerichtet.