Bohrung Steig 1

Erkundungsbohrung Steig 1 - Header

Die Arbeiten für die angekündigte Erdölbohrung in Weingarten (Baden) im Landkreis Karlsruhe schreiten planmäßig voran.

Der bestehende Zufahrtsweg vom Kiesweg zum zukünftigen Bohrplatz im Bronnloch wurde ertüchtigt: Hierzu wurde der Weg mit Schotter befestigt. Der Bohrplatz ist fertiggestellt und von einem Sachverständigen abgenommen worden. Vom 20. bis 25. Mai wird die Bohranlage antransportiert und aufgebaut werden. Der Start zur eigentlichen, maximal vier Wochen dauernden Bohrung ist für den 27. Mai vorgesehen. Danach erfolgt eine kurze Testphase.

Mit der Erkundungsbohrung Steig 1 will Rhein Petroleum ein bereits seit den 1950er Jahren bekanntes Erdölvorkommen neu erschließen. Bis in die 1960er Jahre wurde in Weingarten Erdöl gefördert, und auch in einer benachbarten Struktur wurde über drei Bohrungen Erdöl nachgewiesen – dieses Vorkommen wurde allerdings mangels räumlicher Informationen nicht erschlossen. Auf Basis der im Jahr 2012 durch Rhein Petroleum durchgeführten modernen 3D-seismischen Messungen wurde erstmalig eine detaillierte Kartierung und Bewertung dieser noch nicht erschlossenen Lagerstätte durchgeführt. Mit der Bohrung Steig 1 soll dieses Vorkommen nun erschlossen werden.

Die Erkundungsbohrung erfolgt von einem Bohrplatz im Gewann Bronnloch, zwischen Baggersee und der Bundesstraße 3, im nördlichen Teil der Gemarkung Weingarten aus. Zum Einsatz kommt eine rund 39 Meter hohe Bohranlage, die für circa sechs Wochen vor Ort zu sehen sein wird. Nach Abschluss der Bohrarbeiten wird die Anlage wieder abtransportiert.

Während der Bohrphase gibt es ab dem 27. Mai vor Ort neben dem Kieswerk an der Zufahrt ins Bronnloch einen Informationscontainer mit Erläuterungen zum Projekt und Informationen rund um das Thema Erdöl.

Im Vorfeld der Arbeiten wurden zwei Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung organisiert: Im Jahr 2018 in Weingarten und im Frühjahr 2019 in Untergrombach.
Während der Bohrung wird es Anfang Juni einen Tag der offenen Tür geben, bei dem interessierte Mitbürger die Gelegenheit haben, den Bohrplatz zu besichtigen.

Bei wirtschaftlicher Fündigkeit der Bohrung ist geplant, die Produktionsanlage südlich des Gewanns Bronnloch, etwa auf Höhe der Betriebsgebäude der Kiesgrube, zu installieren. Hierfür wird ein neues Genehmigungsverfahren notwendig. Erst wenn dieses Verfahren abgeschlossen sein wird, wäre mit dem Bau der Produktionsanlage und einer Feldleitung zwischen Bronnloch und dem neuen Standort zu rechnen.

Das Erdöl würde von dort aus per Tanklastwagen zur Raffinerie nach Karlsruhe transportiert. Auf dem bisherigen Bohrplatz würden lediglich eine Pumpe und die für den Betrieb der Förderpumpe benötigte Ausrüstung verbleiben.

Die Erkundungsbohrung Steig 1 wurde im Rahmen eines bergrechtlichen Betriebsplan- und Wasserrechtsverfahrens unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange eingehend geprüft. Beteiligt wurden u.a. die Gemeinden, die Wasser-, Umwelt- und Naturschutzbehörde des Landratsamts Karlsruhe sowie die Regierungspräsidien Karlsruhe und Freiburg. Die Stellungnahmen der Behörden, regionalen Naturschutzverbände und -gruppen, des regionalen Wasserversorgers sowie der Gemeinde Weingarten und der Stadt Bruchsal flossen in die Nebenbestimmungen der Betriebsplanzulassung ein, die von Rhein Petroleum entsprechend umgesetzt werden. Dem Verfahren ging eine Umweltverträglichkeitsvorprüfung voraus.

Rhein Petroleum hat sich in diesem Zuge zu einem Grundwassermonitoring zur Beweissicherung freiwillig selbstverpflichtet. D.h., vor Beginn der Arbeiten zum Wege- und Bohrplatzbau wurden zwei Grundwassermessstellen im unmittelbaren Abstrom des künftigen Bohrplatzes gebohrt und beprobt. Erst dann durften die Bauarbeiten beginnen. Im weiteren Verlauf wird das Grundwasser zweimonatlich beprobt.

Bei Nichtfündigkeit endet das Monitoring nach einem Jahr mit einer abschließenden Beprobung. An der Ausarbeitung des Monitoringprogramms hat neben der Landeshydrogeologie in Freiburg und der Unteren Wasserbehörde des Landratsamts Karlsruhe auch der regionale Wasserversorger mitgewirkt.

Bereits im August 2018 wurden Zäune zum Schutz für Amphibien und Reptilien aufgebaut. Diese Maßnahmen wurden vor Baubeginn erweitert. Sowohl auf dem zukünftigen, rund einen Hektar großen Bohrplatz im Bronnloch als auch auf dem unbefestigten Zufahrtsweg zum Bohrplatz wurden zusätzliche Zäune aufgestellt und Amphibientunnel eingebaut. Insgesamt schützen rd. 1.500 Meter Zaun die Amphibien, die derzeit aus dem Kraichgau zu den Laichgewässern hin und wieder zurückwandern.